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FOTO-ERLEBNIS SONNENFINSTERNIS 2015

Jetzt ist es schon eine Woche her und vermutlich bei den meisten Leuten bereits wieder in Vergessenheit geraten – die partielle Sonnenfinsternis am Frühlingsanfang 2015. Auf meiner Festplatte befinden sich noch über 1.700 Fotos für eine Zeitraffer-Aufnahme – ich werde also noch etwas von diesem Spektakel zehren. Aber wie war es denn so, eine Sofi zu fotografieren?

DIE VORBEREITUNG

So richtig Lust, die Teilsonnenfinsternis über Deutschland zu fotografieren, bekam ich, nachdem ich diesen Artikel von Gunter Wegner gelesen hatte. Es schien mir machbar, und so war ich am Montag sofort auf der Suche nach geeigneter Sonnenfilterfolie. Mit dieser Idee war ich leider nicht allein, denn bei Amazon war bereits alles ausverkauft. Direkt bei Baader Planetarium war der Server so überlastet, dass die Bestellung nur noch per Mail aufgegeben werden konnte – mit Expressversand kein preiswertes Vergnügen.

Am Mittwoch kam die Folie an und dann ging es ans Filter basteln, um mein Telezoom für Freitag vorzubereiten. Jetzt konnte die Fototasche gepackt werden:

– 32 GB Speicherkarte

– Batteriegriff inklusive zwei vollen Akkus

– stabiles Stativ

– Fernauslöser mit Intervallometer,

– GoPro Hero 2 und die kompakte Canon G16

sowie eine Kanne Tee und eine Isomatte für das gemütliche Warten und Beobachten.

Freitagmorgen der Blick aus dem Fenster: perfekt! Kein Wölkchen am Himmel, keine giftigen Flugzeugspuren und ein freier Blick auf die Sonne versprachen nur Gutes. Um 8:45 Uhr verließ ich voll bepackt das Haus auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen außerhalb der Zivilisation.

DER AUFBAU

Nach zwei Kilometer Fußmarsch fand ich einen geeigneten Standort. Jetzt hieß es aufbauen, Einstellungen testen und warten.

Folgende Einstellungen habe ich verwendet:

– 300 mm Brennweite

– Fokus ohne Filter auf einen entfernten Punkt am Horizont, dann vorsichtig den Filter aufsetzen

– AF aus

– Bildstabilisator aus

– Modus M

– Blende 8, Zeit 1/1000

– ISO 100

– Life View !!!

– Intervall 5 Sek.

– RAW Modus (um Speicherplatz zu sparen, ohne jpg)

sofi setup

Um circa 9:30 Uhr ging es los und der Mond begann sich langsam vor die Sonne zu schieben. Bei einer Brennweite von 300 mm musste ich natürlich immer wieder nachführen, da mir die Sonne aus dem Bild wanderte. Unglaublich wie schnell sich die Erde dreht. Nach der Hälfte hatte ich einen extrem wackeligen Stativstand und die letzte halbe Stunde musste ich richtig aufpassen, dass mir meine Kamera nicht umkippt. Mein Fehler war, dass ich nicht bedacht hatte, in welchem Maße die Sonne nicht nur wandert, sondern auch steigt.

Trotzdem kann sich das Ergebnis sehen lassen. Für die Zeitrafferaufnahme (Timelapse) werde ich wohl noch etwas brauchen, da ich die Sonnen übereinanderlegen muss – aber noch ist ja etwas Zeit bis zur nächsten partiellen Sonnenfinsternis 😉

NICHT ALLES LÄUFT NACH PLAN

Die GoPro hatte ich für eine Zeitrafferaufnahme der Landschaft mitgenommen. Wir hatten hier im Süden eine Gesamtabdeckung von etwa 70 %. Es wurde merklich kühler und die Schatten länger. Das Licht wirkte wie durch einen Schleier und diese Stimmung wollte ich einfangen.

Bei der späteren Sichtung des Bildmaterials stellte sich die GoPro aber als ungeeignet heraus – sie passte sich zu sehr den neuen Lichtverhältnissen an. Ich hätte auch hier eine Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten wählen sollen. Außerdem hatte meine Eieruhr-Konstruktion für den Hyperlapse (Kamerafahrt im Timelapse) versagt.

Aber alles nicht so schlimm, denn mir bleibt die Erinnerung an diesen Moment, an die Farben, die Temperaturunterschiede und an das weniger werdende Gezwitscher der Vögel.

Auch wenn du hinter der Kamera stehst, solltest du immer einen Moment inne halten, aufsehen und selbst betrachten, denn es gibt auch Momente, die zu schön sind um fotografiert zu werden.

sofi landschaft

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